Immobilienmarkt USA

Subprimes

Subprimekredite sind Hypothekendarlehen in den USA für Schuldner mit geringer Bonität. Sie waren 2008 Auslöser der Finanzmarktkrise, als mehr und mehr Schuldner ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten. Die bekannten Kreditversicherer Fannie Mae und Freddie Mac hatten diese Suprimes in großem Stil aufgekauft und gerieten in Schieflage wegen der Ausfälle. Ursache des Desasters war letzlich die Kreditvergabe an Leute, die sich die beliehenen Immobilien eigentlich nicht leisten konnten.

Nach den Erfahrungen sollte eine so gefährliche Kreditvergabepraxis der Vergangenheit angehören. Trotzdem liegt der Anteil der Subprimes an den Immobilienkrediten wieder bei 20%. Ein Grund: Freddie Mac und Fanny May sind mittlerweile verstaatlicht. Der Staat garantiert die Kredite indirekt, wenn sie über diese Firmen abgewickelt werden. So kann das Spiel wieder von vorn anfangen.

Dass eine erneute Ausweitung des Subprime-Sektors ohne regulierende Eingriffe des Staates möglich ist, bedeutet offenbar, dass die US-Regierung den Häusermarkt stützen will. Der weitere Absturz der Hauspreise würde auch Hypotheken bester Bonität gefährden inklusive der Institutionen, die dafür gerade stehen müssen. Aber letztlich wird hier der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Es werden also wieder Hypotheken an Leute vergeben, die sie sich nicht leisten können. Bei steigender Arbeitslosigkeit darf man gespannt sein, wieviele neue Subprimes irgendwann notleidend werden. Die Finanzindustrie und die US-Regierung, die dem Treiben zusieht, bauen an einer neuen Krise, während die alte noch nicht bewältigt ist.

Gewerbeimmobilien

Während auf dem US-Markt für Privatimmobilien ein trügerische Entspannung einsetzt, gibt es schlechte Nachrichten vom US-Markt der Gewerbeimmobilien. Der größte Gewerbeimmobillienfinanzierer Capmark ist pleite und hat sich unter den Schutz des Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechts geflüchtet. Verbindlichkeiten von 21 Mrd. Dollar sollen Vermögenswerte von 20,1 Mrd. Dollar gegenüber stehen.

In der Rezession lassen sich hohe Mieten immer schlechter durchsetzen. Eine hohe Fremdfinanzierung eines Objekts führt dann schnell zur Pleite des Eigentümers (z. B. Immobilienfonds). Kredite werden nicht mehr bedient. Zu viele solcher Ausfälle bedeuten des Finanzierers Ende bzw. erst einmal den Schutz von Chapter 11.

Dass die Krise der US-Gewerbeimmobilien auch Auswirkungen auf Deutschland haben könnte, vermutet Don Alphons am Rebellmarkt. International tätige Private-Equity-Gesellschaften mit notleidenden Investments in US-Gewerbeimmobilien könnte gezwungen sein, ihre Investments beispielsweise in Deutschland zu Geld zu machen. Der dadurch einsetzende Preisverfall könnte so manche Kalkulation eines Immobilienfonds hierzulande über den Haufen werfen und “unter Wasser ziehen”.

Ausblick

Bis 2012 wird alles wieder gut. Das war meine Meinung zur Krise bisher, nicht als Ergebnis einer tiefgehenden Analyse, sondern die Interpretation eines Bauchgefühls. Ich fürchte, ich war zu optimistisch. Von dieser Krise haben wir länger etwas.

Quellen:

In Amerika kehren Risikohypotheken zurück, FAZ.NET vom 27. Oktober 2009, Autor: Norbert Kuls

Mega-Pleite in den USA: Capmark (21 Mrd. Dollar Assets), EGGHAT’S BLOG vom 26. Oktober 2009

Fette Zeiten, oder auch nicht, Rebellen ohne Markt vom 26. Oktober 2009, Autor: Don Alphons

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