IneinigenBlogs wird zur Zeit eine ältere Liste der 100 wichtigsten Bücher veröffentlicht, versehen mit eigenen Anmerkungen der Blogautoren. Die Liste ist vor Jahren in einer Abstimmung von Zuschauern des ZDF ermittelt worden.
Die meisten der verzeichneten Bücher habe ich nicht gelesen bzw. nach kurzem Anlesen wieder zur Seite gelegt. Deshalb habe ich den Plan, die Liste mit meinen Anmerkungen zu veröffentlichen aufgegeben. Ich werde stattdessen eine Liste von 100 Büchern zusammenstellen, die ich tatsächlich gelesen habe. Nicht auf einmal sondern in Etappen von jeweis 10 Büchern.
Hier ist der erste Teil der Serie:
Patrick Süskind: Das Parfum
Ein Buch, das ich in einem Zug durchgelesen habe, d.h. ohne Unterbrechung, nicht in der Eisenbahn.
Stephen King: The Stand
Nachdem die Menschheit fast vollständig ausgerottet worden ist, finden sich ein paar Überlebende in einem Kampf zwischen gut und Böse wieder. 1.600 Seiten erfordern Ausdauer.
Johann Wolfgang von Goethe: Faust
Ich las das Buch, während ich parallel dazu eine öffentliche Vorlesung von Prof. Albrecht Schöne hörte.
Fjodor M. Dostojewski: Der Spieler
Sehr kurz für einen Roman von Dostojewski. Genaue Beschreibung der Spielsucht.
Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein
Nicht die übliche Ratgeberliteratur.
Leon de Winter: SuperTex
Hier ist der Romancier aufgeführt, nicht der politische Kommentator. Leon de Winter sollte vielleicht nur noch Romane schreiben.
George Simenon: Die Wahrheit über Bébé Donge
Von Simenon ist alles gut. Als Beispiel hier ein “Non-Maigret”.
Elisabeth George: Gott schütze dieses Haus
Ein Roman aus der Serie als Beispiel. Inspektor Linley und Sargeant Havers sind mir mit jedem neuen Roman mehr ans Herz gewachsen.
Henry Murger: Das Leben der Bohéme
Die literarische Vorlage zu Puccinis Oper “La Bohéme”. Wer solche Szenen heute beobachten will, versuche es im “Oberholz”.
Günther Grass: Das Treffen in Telgde
Ein kurzer Roman über die Gründung der Gruppe 47, verlegt in die Zeit des Barock. Sehr amüsant, auch wenn man nicht immer weiß, wer hinter welcher Figur steckt.
Geschrieben von Andreas Pramann am 8. März 2010 | Abgelegt unter Kultur | Keine Kommentare
In letzter Zeit war auf dieser Seite wenig los. Der Grund ist hauptsächlich ein langwierige Erkältung, die zwischen Bronchien und Stirnhöhle hin her zu wandern scheint. Ich warte seit einiger Zeit auf höhere Temperaturen. Bisher vergebens.
Ganz untätig war ich nicht. Auf meiner Seite bei Posterous habe ich einige kurze Artikel veröffentlicht. Die Seite ersetzt in Zukunft die Rubrik “Aufgelesen” auf dieser Seite.
Weiterhin habe ich die Startseite meines Onlineauftritts A. Pramann reaktiviert. Dort stehen zur Zeit zwei belletristische Schreibversuche sowie zwei Artikel zu Veränderungen in der Medienbranche.
Der Göttinger Landbote bleibt also wie bisher ein journalistisches “Schaufenster”. Andy’s Posterous ist eine Linkschleuder sammelt Links mit kurzen Anmerkungen und hilft mir selbst, interessante Artikel wieder zu finden. Die Startseite ist der Ort für Schreibversuche in creative writing und meine sonstigen Interessen.
Spambericht
Die Spammer, die lange ruhig waren, melden sich wieder. Angeboten werden Medikamente aller Art: Psychopharmaka, Dopingmittel und die blauen Pillen für den Mann. Es wurde auch “soma” angeboten. Soma ist im Roman Brave New World von Aldous Huxley der Stoff, der die Menschen glücklich macht. Was immer der Spammer unter diesem Namen anbietet, ich habe keinen Bedarf.
Dass ein Nagelstudio aus einer mittelgroßen Stadt in Deutschland mich auf Englisch lobt, geschieht wohl eher unfreiwillig. Hier ist der Rechner vielleicht Teil eines Botnetzes.
Ein Spamkommentar hat den Spamschutz erfolgreich überwunden und es in die Administration der Kommentare geschafft aber nicht die Veröffentlichung. Überschwängliches Lob für simple Linktipps ohne Bezug zum geschriebenen Text ist verdächtig und führt zu Löschung.
Die US-amerikanische Musikindustrie hat vor kurzem Google veranlasst, einige Musikblogs auf seiner Blogplattform blogger.com wegen Verletzungen des Copyrights an Musikstücken abzuschalten. Google musste das auf Grund des geltenden Rechts tun. Nach dem Digital Millenium Copyright Act (DMCA), darf ein Rechteinhaber, der im Internet einen Verstoß gegen sein Copyright an einem Werk feststellt, vom Betreiber einer Plattform verlangen, die Seiten mit Rechtsverstößen vom Netz zu nehmen. Unternimmt der Rechteinhaber in den zwei Wochen nach der Löschung keine rechtlichen Schritte gegen den mutmaßlichen Raubkopierer, muss die Seite wieder hergestellt werden.
Einige der betroffenen Blogger haben aber offenbar Vereinbarungen mit Plattenfirmen, die ihnen die Veröffentlichung der beanstandeten mp3-Dateien erlauben. Die Institutionen, die gegen die Blogs vorgingen, wussten davon nichts. Der Fall illustriert, dass solche Vorgänge automatisiert ablaufen: das Aufspüren von Raubkopien und die anschließenden Löschungsanträge für die Seiten. Der Fall ist auch Wasser auf die Mühlen der Kritiker des DCMA-Gesetzes, das keinen richterlichen Beschluss für die Löschungsanträge der Rechteinhaber vorsieht und offenbar schon zu einigen fehlerhaften Anträgen geführt hat.
Nach einer kleinen Pause melde ich mich an dieser Stelle zurück. Mit einem Werbespot für die Finanztransaktionssteuer, auch Tobin-Steuer genannt. “Möglicherweise ist es doch eine ganz gute Idee.”
Dual career. Darunter versteht man Programme für die Partner von Wissenschaftlern, die eine Universität auf eigene Professorenstellen locken will. Das ist z.B. ein Arbeitsplatz für die Frau des Professors. Als in Göttingen ein Zahnmediziner vor einiger Zeit seinen Dienst antrat, verschaffte man dessen Frau einen Studienplatz ausgerechnet in Zahnmedizin. Diese enge fachliche Verbindung ist dem Zahnmediziner nun zum Verhängnis geworden. Er wurde entlassen. Die Details des Falles beleuchtet ein Artikel der Süddeutschen Zeitung:
Für ihren Debutroman Axolotl Roadkill hat die 17-jährige Helene Hegemann gute Kritiken in den deutschspracigen Feuilletons bekommen. Deef Pirmasens hat jetzt aber erstaunliche Parallelen zu Buch Strobo des Berliner Bloggers Airen gefunden. Remix oder Plagiat? Das ist hier die Frage. Helene Hegemann verteidigt in einer Stellungnahme ihre Arbeitsweise. Der Verlag bemüht sich gerade um die nachträgliche Genehmigung für einzelne Textpassagen.
Die FDP hat die große Zustimmung bei der letzten Bundestagswahl bereits wieder verspielt, glaubt man den letzten Hochrechnungen. In Nordrhein-Westfalen wird es voraussichtlich nicht mehr für eine schwarz-gelbe Mehrheit reichen. Aber für schwarz-grün? Das sollte man versuchen, meint Michael Spreng.
Der FAZ-Autor Hans-Heinrich Pardey war in Göttingen unterwegs: auf dem Fahrrad. In seinem Artikel kommt die Stadt sehr gut weg. Die Beobachtungen sind im Wesentlichen zutreffend. Es ist in Göttingen alles gut erreichbar auf dem Rad. Nur der Rückweg in die Wohngebiete ist manchmal beschwerlich, besonders, wenn man wie ich den Klausberg hinauf muss. Des Öfteren erwog ich schon einen Umzug in eine Wohnung, die näher an der Innenstadt gelegen ist, blieb aber angesichts der guten Wohnlage und eines geräumigen Appartements auf dem Klausberg. Pardey lobt ausdrücklich das rücksichtsvolle Verhalten der Göttinger Radler. Das würde wohl nicht jeder unterschreiben. Als ich noch ein Auto fuhr, erlebte ich beim Rechtsabbiegen immer wieder rechts überholende Radfahrer, von denen einige, ohne unbescheiden erscheinen zu wollen, Leben und Gesundheit meiner Aufmerksamkeit verdanken. Auch die Schriftstellerin Ruth Klüger ist in dieser Frage möglicherweise anderer Meinung, wurde sie doch einst in der Jüdenstraße am Nudelhaus von einem Radfahrer fast tot gefahren. Näheres kann man in ihrem Roman “Weiter leben” nachlesen.
Philipp Rösler verknüpft seine weitere politische Laufbahn mit der Kopfpauschale, d.h. mit dem einkommensunabhängigen Krankenkassenbeitrag. Alle Bürger sollen demnach den gleichen Betrag zur Krankenversicherung zahlen. Für Geringverdiener soll es einen Zuschuss vom Staat geben, der geschätzte 15 bis 40 Milliarden Euro an Steuermitteln erfordert.
Die Kopfpauschale entlastet die, die gut verdienen und wälzt Krankheitskosten auf den Bundeshaushalt ab. Zusammen mit den FDP-Forderungen nach Steuersenkungen bedeutet das eine erhebliche Belastung der öffentlichen Finanzen. Der Staat wird geschwächt, Besserverdienende, mit der Wortgirlande ‘Leistungsträger’ geadelt, werden begünstigt.
Herr Rösler hält die Kopfpauschale für gerechter als den einkommensabhängigen Krankenkassenbeitrag. Die Kopfpauschale schafft aber zunächst nur Gleichheit. Das ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit Gerechtigkeit. Wer besser verdient, profitiert in der Regel nicht nur von seinen eigenen Fähigkeiten, sondern auch von einem funktionierenden Gemeinwesen. Insofern ist es meiner Meinung nach nur recht und billig, einkommensabhängig zum Erhalt dieses Gemeinwesens beizutragen, auch bei der Krankenversicherung.
Die Regierungsparteien müssen entscheiden zwischen den zwei Alternativen zur Finanzierung des Gesundheitswesens. CDU/CSU und FDP vertreten Positionen, die unvereinbar sind. Man darf gespannt sein, wie es ausgeht. Ich hoffe, es wird gegen die Kopfpauschale entschieden. Philipp Rösler müsste sich dann vielleicht einen neuen Job suchen. Aber das dürfte so schwierig nicht sein.
Vor einigen Tagen hat sich jemand bei Twitter unter dem Namen von Jürgen Habermas angemeldet. Es war nicht klar, ob es sich dabei um den echten Jürgen Habermas handelt. Jonathan Stray hat nachgefragt und herausgefunden das es nicht der Philosoph ist, der twittert. Habermas sagte laut Stray:
No, no, no. This is somebody else. This is a mis-use of my name.
Update:
In der Zwischenzeit hat der Autor des gefälschten Twitter-Accounts seinen Schwindel zugegeben. Er habe nie gedacht, dass seine Aktion eine solche Aufmerksamkeit errege. Sein Ziel sei es gewesen, die Schriften des Philosophen zu verbreiten. An Jürgen Habermas twittert er folgende Bitte um Vergebung:
Arno Dübel wird in den Medien als Arbeitsloser herumgereicht, der die Allgemeinheit schamlos ausnutzt. Dieses Bild muss jetzt vielleicht korrigiert werden. Dass sich Herr Dübel sehr rücksichtsvoll gegenüber der Solidargemeinschaft verhält und fast die Hälfte seiner Stütze in Form von Steuern auf Tabak, die gesundheitlichen Folgen nicht achtend, wieder zurückgibt, hat Alexander Otto ermittelt.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat eine Idee, wie dem schlechten Ruf von Hartz IV beizukommen ist: durch einen Namenswechsel. Materiell soll sich nichts ändern. Bei solchen Vorschlägen fühle ich mich vera….t. Im Stil von Giovanni Trappatoni frage ich mich: “Was erlauben von der Leyen? Ist Politik in Berlin wie Flasche leer?”
Chat Atkins hat als Ersatz für Hartz IV übrigens ‘Oh, wie fein’ vorgeschlagen. Auch ich habe mir Gedanken gemacht, wie Frau von der Leyen mit einer Wortschöpfung helfen kann. Hier sind einige Creationen aus meinem Neusprechlabor: Lebensphase der beruflichen Neuorientierung, Perspektivzeit, Vorjobphase, Qualifikationszeit, Phase der Optionenfindung. Joberwartungszustand. Arbeitlose sollte man bei der Gelegenheit auch gleich anders benennen: als Bundesarbeitsmarktreserve oder als Perspektivbeschäftigte.
Frau von der Leyen wird keinen Erfolg haben mit einer neuen Wortschöpfung. Schon Hartz IV ist ja ein eher inoffizieller Begriff, der sich im Sprachgebrauch gegen AlgII (Arbeitslosengeld II) durchgesetzt hat. Hartz IV ist einprägsam und wird bleiben. Anstatt Phantomdebatten zu initiieren, sollte die Politik sich weniger ums Image sorgen sondern um die reale Situation der Langzeitarbeitslosen.