Daten
Die BBC präsentiert auf ihrer Webseite Daten zur Nutzung von sozialen Netzwerken. Die Darstellung beruht auf einer Erhebung von The Nielsen Company in neun Ländern in den Jahren 2009 und 2010, die die BBC um Zahlen von Twitter und Flickr ergänzt hat.
Die Daten zeigen den rasanten Anstieg der Mitgliederzahlen von Facebook und die zunehmende Verweildauer der Nutzer in den sozialen Netzwerken.
Quelle:
The ups and downs of social networks, BBC NEWS TECHNOLOGY vom 22. Juli 2010
Die kommende Blase
Die Zeitschrift FHM hat angekündigt, auf eine eigene Webseite verzichten zu wollen und ihren Auftritt im Netz auf eine Facebook-Seite zu verlagern. Martin Weigert warnt Firmen davor, den eigenen Webauftritt vollständig in die Hände einer anderen Firma zu legen und sich von deren Entscheidungen abhängig zu machen.
Quelle:
Die Überhitzung eines Trends, NETZWERTIG.COM vom 23. Juli 2010, Autor: Martin Weigert
Ich weiß, wo Du gerade bist
Leo Hickman zeigt im Guardian, wie leicht es ist, intime Details über eine völlig unbekannte Person zu ermitteln und diese so lange zu verfolgen, bis man ihr gegenüber sitzt. Möglich wird das durch soziale Netzwerke und insbesondere durch die Geo-Location-Dienste wie Foursquare, in denen Mitmenschen bereitwillig mitteilen, wo sie sich gerade aufhalten.
Quelle:
How I became a Foursquare cyberstalker, guardian.co.uk vom 23. Juli 2010, Autor: Leo Hickman
Spätestens mit dem Abschied der Bundeskanzlerin in den Sommerurlaub ist es wieder da: das Sommerloch, die nachrichtenarme Zeit in der deutschen Politik, die auch unbekannteren Politikern die Chance bietet, mit mehr oder weniger originellen Vorschlägen in die Schlagzeilen zu kommen.
Der Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz (CDU) hat jetzt vorgeschlagen, übergewichtige Menschen sollten höhere Beiträge zur Krankenversicherung bezahlen. Der Abgeordnete stellt die Frage, ob die gesetzliche Krankenversicherung weiterhin die Kosten einer ungesunden Lebensweise tragen soll.
Solche gesundheitspolitischen Vorschläge, die sich auch gegen andere ungesunde Verhaltensweisen wie das Rauchen, den Genuss von Alkohol oder Extremsportarten richten, werden immer mal wieder veröffentlicht. Was im ersten Moment als sinnvoll und richtig erscheinen mag, ist aber höchst problematisch. Wird der Vorschlag Realität, fahndet in Zukunft eine Gesundheitsbürokratie nach nicht normgerechtem Verhalten und bestraft es. Bei Sanktionen gegen Übergewichtige muss es nicht bleiben. Wer weiß, wen die Gesundheitsapostel als Nächste ins Visier nehmen? Eine freie Gesellschaft sollte aber meiner Meinung nach ein vom Durchschnitt abweichendes Verhalten tolerieren.
Im Übrigen verursachen die gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen nicht nur Kosten sondern entlasten auch die Sozialkassen. Wer ungesund lebt, stirbt tendenziell früher und belastet die Sozialversicherungen weniger.
Quellen:
CDU-Politiker will, dass Übergewichtige mehr zahlen, WELT ONLINE vom 22. Juli 2010
CDU nimmt bei Suche nach Geldquellen Dicke ins Visier, Handelsblatt.com vom 22. Juli 2010
[Editorischer Hinweis: Artikel vom 2. Juli, bearbeitet am 22. Juli]
Die Koalition plante einen Neuanfang mit der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten. Nach dem schlechten Eindruck der Regierung in den ersten Monaten nach der Bundestagswahl mit Steuervergünstigungen für Hoteliers und heftigen koalitionsinternen Auseinandersetzungen sollte die Wahl des Bundespräsidenten ein Erfolgserlebnis für die Koalition werden. Das ist gründlich schief gegangen.
In allen Wahlgängen hat Joachim Gauck offensichtlich Stimmen von Koalitionsabgeordneten erhalten. Die FDP behauptet, außer den vier Abgeordneten, die das vorher angekündigt hatten, hätte Gauck keine Stimmen von der FDP bekommen. Das kann bei einer geheimen Wahl niemand wissen. Die in dieser Aussage enthaltene Schuldzuweisung an die Union wird die Stimmung in der Koalition sicher nicht verbessern.
Die Oppositionsparteien SPD und Grüne haben mit Joachim Gauck einen weithin respektierten Kandidaten aufgestellt, der auch viele Abgeordnete der Gegenseite in der Bundesversammlung überzeugt hat. Eine kleine Chance, gewählt zu werden, hatte Gauck wenn überhaupt dann nur mit der Unterstützung der Linken. Die Partei hat sich dem aber verweigert und sich im dritten Wahlgang der Stimme enthalten. Gründe, die sie selbst genannt hat, waren die Differenzen zum Kandidaten in der Sozialpolitik und in der Außenpolitik. Außerdem sei man zu spät von SPD und Grünen kontaktiert worden. Die SPD mutmaßte, wegen ihres SED-Erbes wolle die Linke nicht einen früheren Bürgerrechtler aus der DDR unterstützen. Alle genannten Gründe haben wohl eine Rolle gespielt.
Nur hat die Linke die Chance verspielt, ein deutliches Zeichen für eine Mehrheit jenseits von Schwarzgelb zu setzen. Stattdessen richtet man es sich ein in der eigenen Prinzipienfestigkeit, man könnte auch sagen: Rechthaberei. Die Linke hat die Chance verpasst, ein Zeichen zu setzen für neue Optionen der Regierungsbildung im Fünf-Parteien-System der Bundesrepublik.
Ein halbes Jahrhundert ist um.